Cribellate Spinnen

Die außergewöhnlichen mechanischen Eigenschaften der Spinnenseide machen diese seit langem zu einem interessanten Forschungsobjekt. Durch diese Fokussierung auf das Material „Seide“ wird häufig übersehen, dass einige Spinnen diese Seide zu komplexen Fäden und Geweben weiterverarbeiten können. Besonders auffallend ist dabei der Fertigungsprozess von cribellaten Spinnen, die bei der Produktion ihres Fangfadens bis zu 40.000 Fasern aus drei verschiedenen Seidenarten zu einem einzigen Faden verknüpfen. Dieses Gefüge aus Fasern gehört zu den kompliziertesten Fäden, die in der Natur hergestellt werden. Bemerkenswert dabei ist, dass die Mehrzahl der Fasern Nanofasern mit ungefähr 20 nm Durchmesser sind. Um diese Nanofasern zu einem Faden zu verarbeiten, muss die Spinne diese transportieren, gezielt anordnen und verknüpfen können. Diese Fähigkeit ist nicht nur im Tierreich einzigartig, sondern findet auch kein Äquivalent in technischen Prozessen, wie der Herstellung und Verarbeitung von Nanofasern.

Ziel unserer Projekte ist es zu verstehen, wie verschiedene cribellate Spinnen ihre komplexen Fäden herstellen, um die Prinzipien anschließend biomimetisch auf technische Prozesse transferieren zu können. Weiterhin untersuchen wir die biologische Funktion dieser Fäden, um zu klären wofür cribellate Spinnen so komplexe Fäden brauchen.